Jazzfreunde dürfen sich freuen. Trotz Corona ist auch in diesem Herbst in Neumarkt wieder Jazztime angesagt. Mit der Neuauflage des Jazzwochenendes vom 16. bis 18. Oktober 2020 soll diese Musikgattung in ihrer umfassenden Bandbreite eine besondere Würdigung im Konzertleben Neumarkts erfahren. Eingebettet sind die einzelnen Veranstaltungen in die Reihe „Klangraum“ des Kulturamtes der Stadt Neumarkt. Diesmal wird unter dem Motto Singing And Swinging der vokale Jazz mit unterschiedlichen Stilarten in den Mittelpunkt der Konzertfolge gestellt.

Aufgrund der momentan noch eingeschränkten Veranstaltungsmodalitäten wird das Wochenende, wie übrigens die gesamte Klangraum-Reihe, nicht wie gewohnt ablaufen können. Dies zeigt sich bereits in der Wahl des Veranstaltungsraums: dem Festsaal im 1. Obergeschoss des Residenzgebäudes. Außerdem wird dem im kürzeren zeitlichen Umfang der Konzerte von etwa einer Stunde (ohne Pause) Rechnung getragen. Dementsprechend wird beim diesjährigen Jazzwochenende kein Catering angeboten. Auch die sonstigen Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten. Eintrittskarten werden daher nur im Vorverkauf (online oder telefonisch) mit personalisierter und nummerierter Sitzplatzregelung vergeben. Sie sind telefonisch in der Tourist-Information der Stadt Neumarkt (09181/255-125) sowie online unter www.neumarkt-ticket.de erhältlich.

Natalie Elwood – © Natalie Elwood

Am Freitag, 16. Oktober startet um 20.00 Uhr die Soiree mit einer Formation in das Jazzwochende, deren Protagonistin in Neumarkt keine Unbekannte mehr ist. Bereits im Oktober 2018 war Natalie Elwood (Jazzgesang) aus München in Neumarkt zu Gast und verstand es bereits vor zwei Jahren, ihr Publikum zu begeistern. So wird auch 2020 die „natalie elwood band“ eindrucksvoll beweisen, wie fantastisch eine faszinierend virtuose Singstimme mit den meisterlichen Klängen der mitspielenden Instrumentalisten harmoniert und so zu einer Einheit verschmilzt. Ideenreich und seelenvoll präsentiert die Band eine facettenreiche Klangwelt, in der temperamentvoller moderner Jazz sowohl mit lyrischem Folk als auch mit leidenschaftlichem Soul liebäugelt.

Gleichermaßen typisch für den unverwechselbaren Sound der Band ist der musikalische Ideenreichtum der Mitmusiker Josef Reßle (Klavier), Ludwig Klöckner (Bass) und Andreas Kutschera (Schlagzeug), die die Fähigkeit besitzen, alle Klangfarben und -formen in eine musikalische Märchenlandschaft zu verwandeln. So sind die Eigenkompositionen der „natalie elwood band“ harmonisch eingängig, aber auch fordernd virtuos. Überwiegend mit englischen Texten versehen, erzählen sie Geschichten von verwunschenen Wäldern und Beziehungskisten …

SUSANN – © Pia Schweisser photography

Wer beim Jazzweekend 2012 Soulyla mit Recht grandios fand, der wird am Samstag, 17. Oktober 2020 auch SUSANN lieben. Susanne Gmelch alias Soulyla, alias SUSANN hat ihre Wurzeln im Neumarkter Raum und wird um 20.00 Uhr mit ihrem Berliner Trio das Jazzwochenende bereichern. Ihm gehören neben der Namensgeberin Susanne Gmelch (Text, Komposition, Gesang) der Cellist Henrik Mumm und der Pianist Rainer Scheithauer an. Sie bieten deutschsprachige Musik und weben ein feines Netz melodischer und poetischer Fäden – Pop, Chanson und Jazz, versetzt mit klassischen Elementen, sind dabei zu hören.

Soulig und trotzdem zerbrechlich versteht es SUSANN meisterlich, den Zuhörer in eine Welt zwischen Stolz und Fragilität, zwischen Wärme und Distanziertheit zu entführen und darin ein Gefühl von zarter Melancholie entstehen zu lassen. Man lauscht, man schweigt, man spürt. Es ist Seelenmusik – zum Zuhören und Träumen… Im Rahmen des Konzertes wird SUSANN außerdem ihr aktuelles Album Verbrannte Erde präsentieren.

Hübscher, Hauber and Friends – © Ralf Hübscher

Mit einer ebenfalls großartigen Band, wenn auch in völlig anderer Stilistik, findet bei der Matinee am Sonntag, 18. Oktober um 11.00 Uhr das Jazzwochenende seinen Ausklang. Hübscher, Hauber And Friends heißt die Nürnberger Band, die ihr Publikum mit Klassikern aus dem „Great American Songbook“ begeistern wird. Bereits in seiner Jugend brachten Songs von Frank Sinatra, Dean Martin & Co. den Bandleader Ralf Hübscher (Gesang) dazu, sich mit dieser mittlerweile zu Jazzklassikern gewordenen Musik zu beschäftigen. So formte sich im Laufe der Zeit aus dem Duo Ralf Hübscher und seinem Weggefährten Jan Eric Hauber (Klavier) ein wohlswingendes Quintett, das nunmehr zusammen mit Budde Thiem (Vibrafon), Udo Schwendler (Bass, Saxofon, Flöte) und Florian Fischer (Schlagzeug) mit eigenem, weil flexibel instrumentalisiertem Sound die Hallen füllt. Swing, Spaß und ein paar Farbkleckse aus Rock und Pop entführen das Publikum in Dekaden der großen Evergreens und Entertainer.