Die erste Nacht in einem Hotel oder in einer neuen Wohnung ist oft wenig entspannend. Viele kennen den unruhigen Zustand in einem fremden Bett, der für Unterbrechungen des Tiefschlafs sorgt. Grund für diesen Effekt ist die linke Gehirnhälfte, die im Alarmmodus für häufiges Aufschrecken und Aufwachen sorgt. Wie Sie trotzdem im Urlaub maximale Erholung finden können, verraten Ihnen unsere Tipps.

Wie Sie im Urlaub besser einschlafen

Schlafstörungen werden immer häufiger. Besonders die erste Nacht in einem fremden Bett kann zur Herausforderung werden. Fremde Geräusche der Umgebung oder anderes Licht, das durch die Fenster dringt – Kopf und Körper reagieren sehr empfindlich auf Neues und schalten gleich das körpereigene Alarmsystem an. Forscher haben herausgefunden, dass in einer fremden Umgebung die linke Gehirnhälfte beim Schlafen in einem halbwachen Modus bleibt. Dies ist ein evolutionäres Relikt, das uns vor Angriffen in der Dunkelheit schützen sollte. In einem gemütlichen Ferienhaus können Sie trotzdem schnell in den Tiefschlaf kommen.

Tipps für erholsamen Schlaf im fremden Bett

Der Spannungszustand des Gehirns hat zwar einen tiefen Sinn, indem er uns für Alarmzustände wachsam hält, für den Tiefschlaf ist diese ständige Habachtstellung aber eher hinderlich. Um den Effekt der ersten schlechten Nacht zu durchbrechen, hilft es schon, dem Unterbewusstsein zu suggerieren, dass die fremde Umgebung gar nicht so fremd ist. Das menschliche Gehirn ist sehr flexibel, aber es ist auch ein Gewohnheitstier und reagiert sensibel auf Veränderungen der Schlafgewohnheit. Bei einem Ferienhausurlaub ist es für das Einschlafen förderlich, möglichst viele Schafgewohnheiten von zu Hause zu übernehmen, beispielsweise auf derselben Bettseite zu schlafen. Wenn Sie dem Unterbewusstsein Vertrautes anbieten, wird die Überwachsamkeit des Gehirns minimiert. Schlafforscher empfehlen darüber hinaus Folgendes:

Das eigene Kopfkissen mitnehmen

Vertraute Düfte aus der heimischen Bettwäsche und das bekannte Gefühl beim Einsinken in das eigene Kissen leisten gute Dienste beim Abschalten und helfen dem erregten Gehirn, einen Ruhezustand zu erreichen.

Vertraute Unterkünfte

Buchen Sie häufig beim gleichen Anbieter von Ferienhäusern. Häufig ist die Atmosphäre oder Einrichtung in Wohnungen derselben Kette ähnlich. So ist zwar der Ferienort anders, aber die Umgebung bleibt vertraut.

Einschlafrituale

Kinder brauchen stets ihre festen Rituale, wenn sie ruhig in den Schlaf kommen wollen. Das ist bei Erwachsenen nicht viel anders. Versuchen Sie, Ihre Abendroutine so einzuhalten wie zu Hause, beispielsweise ein Buch lesen oder Einschlafmusik hören. Wer sich tagsüber viel an der frischen Luft bewegt, kommt abends auch schneller in den Schlaf.

Entspannungsübungen

Eine gute Hilfe gegen Schlafprobleme in der ersten Nacht sind Entspannungsübungen wie Meditation, progressive Muskelentspannung oder auch ein entspanntes Bad mit Lavendelöl.

Keine Sorge, wenn es nicht gleich funktioniert! Das Phänomen der ersten schlechten Nacht ist völlig normal. Forschungen in der Tierwelt haben gezeigt, dass es bei manchen Meerestieren oder Vögeln einen ähnlichen Effekt gibt, den sogenannten Ein-Hemisphären-Schlaf, bei dem eine Gehirnhälfte wach bleibt, während die andere völlig abschaltet. Menschen mit Schlafproblemen leiden häufig unter einem sehr aktiven Gehirn, das auch abends keine Ruhe gibt. Entspannungstechniken können hier genauso helfen wie regelmäßige Zubettgehzeiten.