Max Bögl und Multi Development luden am vergangenen Freitag erstmals zu einer „Aktuellen Stunde“ zu dem Projekt NeuerMarkt. Damit bezogen Bögl und Multi erstmals ausführlich Stellung zu den in den vergangenen Tagen vermehrt aufgetretenen Vorwürfen seitens FlitZ.
Als ausdrücklich unwahr wurden in diesem Zusammenhang die Vorwürfe zurückgewiesen, dass Multi oder Bögl versuchen mit Dumpingpreisen, mietfreien Zeiten bis zu 2 Jahren Mieter vom Unteren- und Oberen Markt abzuwerben. Vorrangiges Ziel sei zuerst, die geplanten Ankermieter vertraglich zu binden. Erst danach würden die mittleren und kleineren Mietflächen vergeben. Als Investor und Bauherr des NeuenMarktes tritt einzig und allein Max Bögl auf. Zur Sprache kam auch das von der Stadt Neumarkt in Auftrag gegebene Verträglichkeitsgutachten der BBE. Die BBE rät unter Herausstellung von Chancen und Risiken zur Realisierung des Projektes NeuerMarkt. Maßgeblich ist für BBE die Anbindung des NeuenMarktes an die Altstadt. Hierdurch werden die gewünschten Frequenzaustauscheffekte und damit die Stärkung der Altstadt nachhaltig unterstützt.
Verkaufsflächen
Sehr wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die genannten Zahlen der einzelnen Verkaufsflächen: Die Gesamtverkaufsfläche der Stadt Neumarkt liegt bei rund 100.000 qm. Davon entfallen nur rund 30.000 qm auf die Neumarkter Innenstadt. Das heißt im Klartext, dass sich an Neumarkts Peripherie rund 70.000 qm Verkaufsfläche in den letzten Jahren angesiedelt haben. Verkaufsfläche, die sich weit entfernt von der Neumarkter Innenstadt befindet und somit einem Besuch der Innenstadt definitiv nicht förderlich ist. Der geplante NeueMarkt wird laut Bögl eine Verkaufsfläche von maximal 13.000 qm haben. Davon entfallen voraussichtlich auf die drei Ankermieter rund 5.800 qm. Als Ankermieter kommen im Moment laut Multi ein Lebensmitteldiscounter, ein höherwertiges Lebensmittelgeschäft und ein Elektronikfachmarkt in Betracht. In Anbetracht der Tatsache, dass sich mangels passender Fläche schon mehrere Lebensmittelanbieter aus der direkten Altstadt zurückgezogen haben, ist eine Ansiedlung von Lebensmittelgeschäften in 100m Entfernung zum Unteren Markt zu begrüßen und auch zu befürworten. Somit stehen nur ca. 7.200 qm Verkaufsfläche in wirklicher Konkurrenz zur Altstadt. Das entspricht rund 24% der bestehenden Verkaufsfläche in der Innenstadt Neumarkt. Laut Multi ist es außerdem vorrangiges Ziel, im NeuenMarkt Geschäfte zu etablieren, die in Neumarkt noch nicht vorhanden sind.
Bauhöhe
Infolge der Konzeptüberarbeitung und der nunmehr vorgesehenen Split-Level-Bauweise konnte die überbaute Grundstücksfläche reduziert werden und damit die Abstandsflächen zu den benachbarten Grundstücken (im Bereich Schwarzachweg / Prälat-Buchner-Straße) wesentlich großzügiger gestaltet werden. Gegenüber dem gültigen Baurecht für das Fachmarktzentrum Krause und dem ehemals auf dem östlichen Grundstücksteil vorgesehenen Dienstleistungszentrum sind nicht nur die Abstandsflächen deutlich größer, sondern auch die Gebäudehöhen erheblich niedriger (-4,60 m, was einer vollen Geschosshöhe entspricht). Im Bereich des Schwarzachwegs liegt die Gebäudeaußenkante 15-20 m entfernt vom heutigen Fahrbahnbereich, so dass an dieser Stelle ein großzügiger, mit begrünter Anböschung versehener Stadtraum entsteht. Durch die terrassenartige Höhenentwicklung des Gebäudekörpers liegen die Wohngebäude gegenüber der Gebäudeaußenkante im Unteren Erdgeschoss noch einmal um ca. 13 m zurückversetzt. Die Traufhöhe der Wohngebäude liegt somit lediglich 1 m höher gegenüber der Krauseplanung, jedoch um ca. 15 m zurückversetzt. Zur Höhenentwicklung im Bereich der Nürnberger Straße wird derzeit durch das für den Städtebau verantwortlich zeichnende Architekturbüro T+T eine Konzeptüberarbeitung vorgenommen, zu der am vergangenen Mittwoch eine Besprechung mit der Verwaltung der Stadt Neumarkt stattgefunden hat. Im Bereich der Dammstraße wird der Gebäudekörper des Hotels – in Analogie zur Nürnberger Straße und Schwarzachweg – ebenfalls zurückversetzt errichtet, so dass auch hier die Gebäudehöhe sich nicht in einer durchgängigen vertikalen Achse entwickelt
Hotel
Ausgehend von konkreten Anfragen von Hotelbetreibern für den Standort Neumarkt wurde das Nutzungskonzept für den NeuenMarkt schon im Zuge der ersten Planungen um das Thema Hotel ergänzt. Da die Planungs- und Vermietungsgespräche derzeit parallel mit verschiedenen potenziellen Betreibern geführt werden, ist eine abschließende Nennung von künftiger Klassifizierung und Zimmeranzahl noch nicht möglich. Die momentan geführten Gespräche gehen aber eher in Richtung von 4 Sternen, da dieses Marktsegment bis dato in Neumarkt noch nicht abgedeckt, die Nachfrage aber besonders im Bereich der größeren Unternehmen mit internationalem Kundenkontakt vorhanden ist.
Verkehrslösung/Tunnelbau
Seitens Multi und Bögl wird hier eine oberirdische Anbindung ohne Brücke und ohne Fußgängertunnel favorisiert. Die Entscheidung liegt hier aber bei der Stadt Neumarkt. Kommentar und Informationen zum NeuenMarkt von Peter Wernig
