Südsee Kreuzfahrt von Tahiti bis Chile

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Unser Weltenbummler Jochen Münch war diesmal in der Südsee unterwegs

Das dritte Mal nach der Antarktis / Südsee Expedition begab ich mich an Bord der Ponant Yacht „Le Boreal“, um eine weitere sehr abgelegene Region zu erkunden. Vor der Kreuzfahrt hatte ich noch die Gelegenheit die Hauptinseln von Französisch Polynesien Tahiti für ein paar Tage zu besichtigen. Dem wechselhaften Wetter zum Trotz, konnte ich weite Teile der sehenswerten Insel erkunden und mich gut auf die Cruise einstimmen.

Am Donnerstag den 25. Oktober 2018 ging in dann in Papeete an Bord dieses Expeditionsluxusschiffes und ich fühlte mich sogleich wieder wie zuhause. Die überwältigenden Erlebnisse der letzten Kreuzfahrten sind noch tief im Herzen verwurzelt. Nichts hat sich verändert und selbst viele Crewmitglieder erkannte ich sofort wieder.
Der erste Abend und Morgen danach standen ganz im Zeichen der üblichen Einweisungen und Vorträge für die anstehende Entdeckungsreise. War ein sehr entspannter Beginn und ich hatte genug Gelegenheit die warme Meeresbriese, bei strahlendem Sonnenschein in mich aufzusaugen. Schon am Nachmittag ging es dann zum ersten Mal mit den Zodiac an Land. Wir besuchten die Lagune Fakarava, welche aufgrund seiner Artenvielfallt zum UNESCO Biosphären Reservat gehört. Wir hatten bei strahlendem Sonnenschein ausreichend Gelegenheit die Atmosphäre der Südsee im Wasser und an Land zu genießen. War ein sehr schöner, vielversprechender Start der Kreuzfahrt durch Polynesien.
Die darauffolgenden zwei stürmischen, oft regenreichen Seetage waren geprägt von Vorträgen und viel Genuss & Entspannung am Traumschiff. Wir passierten einige Atolle, konnten aber wetterbedingt allzu oft unsere Kameras nicht zücken. Der Höhepunkt war zweifelsohne das elegante Captain`s Gala Dinner, wofür wir uns alle in Schale warfen.
Bei weiterhin schlechtem, regnerischen Wetters ( nur 20 Grad ) erreichten wir vor Sonnenaufgang die Gambier Island. Der Tag startete für mich mit einer Seltenheit. Wie jeden Tag ging ich vor dem Frühstück ins Fitnessstudio ( Mittag nochmals ) und als ich so beim Laufen den Ozean betrachtete, sprang plötzlich ein großer Wal vor dem Schiff aus dem Wasser. Ein unglaublicher Anblick! Es war eine ganze Gruppe von Walen, welche aber leider zu schnell weiter zogen, ohne dass ich die Gelegenheit hatte Fotos zu machen. Ein toller Start in den Tag. Am Morgen brachten uns dann die zwei großen Rettungsboote in Rikitea an Land, wo wir den ganzen Tag die Gelegenheit hatten die Insel zu erkunden. Bedauerlicherweise regnete es aber weiter in Strömen und ich begnügte mich mit der Erkundung des kleinen Ortes mit Ihren historischen Kirchen. Die für uns zelebrierte lokale Tanzshow war sehr beeindruckend und sehenswert. Danach ging es zurück zum Schiff. Bei diesem Wetter machten weitere Erkundungen keinen Sinn. Echt schade!

Am darauffolgenden Tag spielte der Wettergott leider wieder nicht mit. Die feuchte Zodiac Überfahrt nach Aukena und zurück hatte schon etwas Abenteuerliches an sich. Vor Ort besichtigten wir bei leichtem Regen eine Perlenfarm, welche sehr aufschlussreich und sehenswert war. Wir hatten noch die Gelegenheit am sehr schönen Strand zu verweilen und zu baden, aber bei den geringen Außentemperaturen, lies ich das lieber sein. Nach Mittag verließen wir die sehenswerten Gambier Islands, welche so abgelegen liegen und dass nur wenige tausend Reisende pro Jahr zu Besuch kommen. Am Nachmittag erreichten wir das unbewohnte, palmenübersäte Temoe Atoll und sichteten einen Buckelwal, welcher sich uns aber leider nur ein paar Mal kurz zeigte. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Pitcairn Islands. Aufgrund der letzten schlechten Tage entschied der Kapitän die Reise abzukürzen und steuerte mit Vollgas Richtung Pitcairn. Zur Einstimmung ging ich später ins Theater, wo der passende Film „ Die Bounty“ gezeigt wurde.

Nach einer stürmischen, wackeligen Nacht und einer weiteren Zeitumstellung ( insgesamt siebenmal ), weckte uns diesmal die Sonne. Der Seegang war weiterhin sehr hoch und am frühen Nachmittag erblickten wir, wie die Meuterer der Bounty vor ca. 230 Jahren, endlich die Insel. Aufgrund des hohen Wellengangs war es uns leider nicht vergönnt Pitcairn zu betreten. Die Anlandung an sich ist schon schwierig, aber bei diesen Bedingungen einfach zu gefährlich für die Zodiac. Stattdessen umrundeten wir die Insel und konnten am späten Nachmittag ein paar Einwohner an Bord begrüßen. Die faszinierende Geschichte der Bounty machen die Pitcairn Islands zu einem wahrlich historischen Ort und es leben immer noch Nachkommen der einstigen Seefahrer auf dieser extrem abgelegenen Insel. Auch hier kommen nur wenige tausend Reisende pro Jahr zu Besuch. Am Abend verschlechterte sich das Wetter abermals und wir fuhren schweren Herzens weiter in Richtung Ducie Island.

Über Nacht erreichte der Sturm seinen Höhepunkt und peitschte uns tagsüber ziemlich hohe Wellen um die Ohren. War definitiv nichts für Seekranke. Ich blieb zum Glück verschont, kam mir aber irgendwie einsam vor an Bord. Während der kommenden Seetage verbesserte sich das Wetter zunehmend und der Alltag an Bord war geprägt von Erholung, Entspannung und Sport. 

Am Sonntagnachmittag erblickten wir dann erstmalig die ersten Silhouetten der Osterinsel am Horizont. Das Wetter spielte ebenfalls mit, wobei der starke Wellengang eine Anlandung in Hanga Roa verhinderte. Kurzentschlossen steuerte der Kapitän die geschützte Bucht von Anakena Beach an und wir konnten mit dem Zodiac am traumhaftschönen Stand anlanden. Endlich wieder Festland unter den Füßen! Neben der tollen Kulisse durften wir auch die ersten Moai Statuen bewundern! War vielversprechender, sehr schönen Start des Kreuzfahrthighlights! 

Auch am nächsten Tag war das Wetter auf unserer Seite und wir hatten Gelegenheit die Insel ganztägig zu besuchen. Die organisierten Ausflüge waren kostenlos. Mit dem Zodiac erreichten wir bei hohem Seegang und starken Wind Anakena Beach. Ich war heil froh, ausreichend wasser- / winddichte Kleidung mitgenommen zu haben. Am Vormittag besuchten wir die Ausgrabungsstätten Puna Pau und durften in Ahu a Kivi sieben Moai bewundern, welche dem Meer zugewandt sind. Die meisten Statuen blicken ins Landesinnere. Unsere einheimische, ursprünglich aus Deutschland stammende, Reiseleiterin begeisterte uns mit Ihrem Fachwissen ( in Englisch ) und erläuterte uns detailliert die historischen Fakten. Zum Abschluss der Vormittagstour hatten wir noch kurz Gelegenheit in der Hauptstadt Hanga Roa Mitbringsel zu erwerben.

Die kulinarischen Leckereien der Le Boreal durften natürlich nicht zu kurz kommen und so gingen wir zum Mittagessen wieder an Bord. Nach dieser kurzen Pause setzen wir unsere Entdeckungsreise fort und besuchten am Nachmittag die Ausgrabungsstätte Vinapu und den ganz im Süden gelegenen Vulkankrater Orongo und dessen beeindruckende Meereskulisse. Der Tag fand seinen krönenden Abschluss in Tahai, wo direkt am Meer weitere sehr gut erhaltene Moai zu bewundern waren. 

Gibt es einen ungewöhnlicheren Ort, wo man aufwacht und ein Jahr älter ist? Naja, war nicht so geplant, aber seinen Geburtstag auf der Osterinsel zu feiern, hat schon etwas. Bei weiterhin gutem Wetter setzten wir mit dem Zodiac über und starteten unsere Ganzganges Tour bei beeindruckender Meereskulisse in Rano Rara. Hier wurden die Moai aus dem Fels gemeißelt. Ein historisch überaus interessanter Ort. Im Anschluss ging es zu den berühmtesten Moai nach Tongariki. Diese 15 dem Meer abgewandten Statuen sind in Ihrer der Anzahl unübertroffen. Ein beeindruckender Anblick. 

Am traumhaften, palmenübersäten Anakena Beach wurde uns dann, eines von Einheimischen zubereitetes Mittagessen serviert. Was für eine Kulisse und zum Nachtisch gab es noch eine sehr sehenswerte Tanzshow. 

Frisch gestärkt ging es dann zurück in die Hauptstadt und wir durften zum Abschluss der Inseltour im sehenswerten Museum „Mapse Museo Rapanui“ die zahlreichen, historischen Ausstellungsstücke bewundern. Was für ein Geburtstag und nachdem am Schiff leider das Internet ( lag am Provider ) ausgefallen war, konnte ich in Hanga Roa ( einziger Ort mit richtigem, stabilen Handynetz ) wenigstens noch nach Hause telefonieren. Jetzt war ich gänzlich glücklich und werde diesen speziellen Jubeltag in tiefer Erinnerung bewahren. Am darauffolgenden Tag verließen uns gut die Hälfte der Passagiere und wir Weiterreisenden ( 85 ) hatten nochmals bis Mittag die Gelegenheit am Strand zu verweilen und zum letzten Mal für die nächsten sechs Tage Landboden zu betreten.

So gegen Mittag holten wir den Anker ein und machten uns auf den Weg nach Valparaiso ( Chile ), welches 2.000 Seemeilen und zwei Zeitzonen entfernt lag. Nachdem die Überfahrt für mich kostenlos war, lies ich die Gelegenheit nicht verstreichen und verbrachte sehr schöne erholsame Tage auf See. War mal sehr entspannend und ich verbrachte viel Zeit beim Lesen, im Fitnessstudio und genoss einfach den unglaublichen Luxus, das Essen und das Ambiente des Traumschiffs „ Le Boreal“. Der letzte Abend fand seinen krönenden Abschluss mit zwei Buckelwale die sich für uns in Pose warfen.

Die darauffolgenden fünf Tage nutze ich, um ein drittes Mal Chile zu besuchen. Waren wirkliche tolle vier Wochen am Ende der Welt.

Die Kombination aus einzigartiger Natur, der Abgelegenheit der Region, den netten internationalen Mitreisenden, der vielen Erholung und dem Luxus der Jacht werden wieder unvergesslich bleiben. Bedanken möchte ich mich auch sehr bei der Reederei Ponant und deren erstklassigen Besatzung der Le Boreal mit Ihrem Captain Etienne Garcia. Im kommenden Jahr fahre ich wieder mit Ponant. Diesmal unternehme ich eine Arktis Expedition nach Alaska & Russland. Ich freue mich bereits und werde das Schiff ein Jahr vermissen.

13. November 2018 Jochen Muench

Alle gezeigten Photos wurden von mir persönlich gemacht und sich auch online unter:
http://www.global-adventure.com/South_Pazific/index.htm