„Wackersdorf“ Regisseur Oliver Haffner im Neumarkter Cineplex

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Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt
Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt

„Wackersdorf“ Regisseur Oliver Haffner im Cineplex zu Gast

Die Idee zum Film ist ihm durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima gekommen und dem damit verbunden damaligen Atomausstieg in Deutschland. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung hat es dann aber doch sieben lange Jahre gedauert. Größtes Problem war es, die entsprechenden Finanzmittel zu beschaffen. Haffner ließ sich aber nicht entmutigen und am Ende stand dann doch dieses Jahr der fertige Film.

Premiere beim Filmfest in München

Premiere von Wackersdorf war im Juni 2018 beim Filmfest in München. Auch der Held des Films, Landrat Hans Schuierer, der von Johannes Zeiler gespielt wird, war bei der Premiere in München zu Gast und zeigte sich sichtlich bewegt wie treffend er im Film abgebildet wurde.

Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt
Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt

Schuierer selbst glaubte übrigens nie daran, das dieser Film wirklich veröffentlicht wird.
Über die gesamten 7 Jahre hat sich Oliver Haffner mit Hans Schuierer intensiv ausgetauscht, um den Film möglichst authentisch umzusetzen.

Der komplette Film wurde im Landkreis Schwandorf und im Nachbarlandkreis Cham gedreht. Gerne hätten man auch in Wackersdorf selbst gedreht, aber Wackerdorf hat sich durch den entstandenen Gewerbepark und die dadurch resultieren Steuereinnahmen entsprechend herausgeputzt, so dass eine authentische Darstellung und historische Verortung in Wackersdorf nicht mehr möglich war.

Insgesamt wurden in der Region Schwandorf 800 Leute gecastet und 80% davon hatten ihre eigene Wackerdorf Geschichte, die sich Haffner anhörte und mit in den Film einfließen lies.

Die Rädelsführerin der WAA-Widerstandsbewegung, Monika Gegenfurtner, wird von Anna-Maria Sturm gespielt. Anna-Maria Sturm ist ebenfalls gebürtige Oberpfälzerin und war für Oliver Haffner die erste Wahl. Erst später erfuhr er, dass ihre Mutter Irene Sturm eine der Mitbegründerinnen der WAA-Widerstandsbewegung war.

Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt
Oliver Haffner im Gespräch mit den Zuschauern in Neumarkt

Nach etlichen Gesprächen mit ihrer Mutter wich auch bei ihr die anfängliche Skepsis über eine Zusammenarbeit und als Haffner dann um ihre Schauspielerhand bei ihrer Mutter anhielt, stand einer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Nicht zu kurz kommen durfte im Film auch der Oberpfälzer Dialekt. Laut Haffner kann man die Menschen im Film besser verstehen, wenn man ihre Sprache spricht und ihre Heimat kennt.

Politische Widerstände gegen den Film gab es keine, außer die schwierige Finanzierung.

Was ist Wackersdorf?

„Wackersdorf“ ist ein packendes Polit-Drama über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz führten. Johannes Zeiler spielt den Lokalpolitiker Hans Schuierer, der seine Karriere und seine Zukunft aufs Spiel setzte, weil er kompromisslos für Recht und Gerechtigkeit kämpfte.

Was will der Film uns sagen?

Er zeigt uns wie wichtig es ist, Wut in Mut umzuwandeln, sich gesellschaftlich zu engagieren, denn das ist der einzige Weg, unsere Demokratie und Freiheit neu zu entdecken. Politikverdrossenheit hilft nicht weiter. Wir müssen begreifen, dass es an uns selbst liegt, unser Leben und unsere Umwelt zu gestalten.

Zusammen mit anderen Bürgern -ohne Ansehen der Person- kann man etwas bewegen und da reicht kein Like auf Facebook, dass man gegen die Rodung des Hambacher Forstes ist.

Das alles zeigt „Wackersdorf“

Fazit:

„Wackerdorf“ ansehen und Demokratie neu lernen

In eigener Sache:

Ein Dank Landrat Hans Schuierer und an alle, die damals aufgestanden sind und dafür gesorgt haben, dass wir jetzt keine WAA in Wackerdorf haben.