Pressefrühstück mit der Neumarkter SPD

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Philipp Eisinger, Danielle Gömmel, Günther Stagat, André Madeisky
Philipp Eisinger, Danielle Gömmel, Günther Stagat, André Madeisky

Trotz aller Turbulenzen in der SPD am Vorabend luden am vergangenen Samstagvormittag die vier SPD Kandidaten Günther Stagat, Danielle Gömmel, Philipp Eisinger und André Madeisky zum gemütlichen Pressefrühstück ins Cafe am Rathaus ein.

Nachdem im Oktober diesen Jahres wieder kräftig gewählt wird, wollten sich alle vier Kandidaten kurz vorstellen.

Danielle Gömmel

Die gebürtige Nürnbergerin Danielle Gömmel ist 26 Jahre alt, wohnt in Postbauer-Heng und ist Listenkandidatin für den Bezirkstag. Ihr Wunsch ist es, dort auch die Frauenquote zu erhöhen. Zur Zeit finden sich dort nur zwei Frauen (Freie Wähler/Bündnis 90 Die Grünen). Mit ihrer Kandidatur möchte Sie auch einen Beitrag zur Verjüngung des Bezirkstages leisten.

Beruflich ist sie noch in der Ausbildung als Beamtenanwärterin bei der Stadt Nürnberg. Im Moment studiert sie an der Beamtenfachhochschule in Hof. Gömmel ist Vorsitzende der SPD-Jugend im Unterbezirk Neumarkt-Amberg und auch Stellvertretende Juso-Landesvorsitzende.

Wichtig sind ihr Naturschutz und Heimatpflege. Seit 16 Jahren ist sie in ihrer Freizeit beim Roten Kreuz aktiv.

Günther Stagat

Günther Stagat, verheiratet, ist mit 57 Jahren der älteste der vier Kandidaten. Viele Neumarkter kennen Stagat von seiner Arbeit aus dem Neumarkter Stadtrat, wo er seit 2011 vertreten ist. Ehrenamtlich engagiert er sich unter anderem beim K3-Förderverein und als 1.Vorstand bei den Fibalon Baskets.

Stagat gehört seit 2005 der SPD an und tritt als Bewerber für ein Direktmandat für den Bezirkstag an. Beruflich ist Stagat seit 30 Jahren bei der Bionorica angestellt. Ab 11. April gehört Stagat als „Nachrücker” dem Neumarkter Kreistag an.

Mit seinem Engagement möchte er dafür sorgen, dass der Aufschwung der Metropolregion Nürnberg auch die weiter entfernten Teile der Oberpfalz erreicht.

Philipp Eisinger

Mit 23 Jahren ist der Nürnberger Philipp Eisinger der jüngste Kandiat der Neumarkter SPD. Er wohnt in Freystadt und kandidiert auf der Landesliste für die Landtagswahl.

Eisinger ist vor einem Jahr in die SPD im Rahmen des “Schulz-Hypes” eingetreten, wobei aber Schulz im Nachhinein seine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Für ihn steht der Mensch an sich und soziale Themen im Mittelpunkt. Außerdem möchte er die Jugend für die Politik begeistern.

André Madeisky

Der 35-jährige, verheiratete Woffenbacher ist Berufsschullehrer in Lauf und seit 2 Jahren SPD-Mitglied. Wie Stagat bewirbt er sich um ein Direktmandat – allerdings für den Landtag. Vielen Neumarktern ist der Name von seinem Vater Hans-Jürgen Madeisky bekannt, der bereits im Neumarkter Stadtrat sitzt. Für Madeisky steht die Familienpolitik im Mittelpunkt.

Alle vier Kandidaten haben eins gemeinsam, man merkt ihnen die Euphorie und Begeisterung für die politische Sache an!

Frühstücksthema Nummer eins war natürlich der Koalitionsvertrag über den die SPD-Mitglieder in Kürze abstimmen werden. Hier zeigte sich die gelebte SPD-Basisdemokratie, die von einer öffentlich ausgetragenen Diskussion lebt und auf Hinterzimmer-Diskussionen verzichtet.

Von Gömmel und Eisinger war hierzu ein klares „Nein“ zu hören, Madeisky und Stagat sind noch unentschlossen. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber es zeigt, dass es im Bereich der Bundespolitik spannend bleibt.

Grundsätzlich kritisierten alle vier, dass im ausgehandelten Koalitionsvertrag zu wenig Fakten und zu viele Absichtserklärungen enthalten sind.

Ärgerlich für alle ist auch, dass die bisherige SPD Regierung es nicht geschafft hat, durchgesetzte Ansprüche wie „Mindestlohn“ und den „Anspruch auf einen Kindergartenplatz” werbewirksam für ihre Partei zu verkaufen und in entsprechende Wählerstimmen umzuwandeln.

Keine Begeisterung gab es auch für den neu geplanten „Spitzensteuersatz” von 51.000 Euro, der seinen Namen zu Unrecht trägt. Laut Stagat haben Spitzenverdiener doch wohl deutlich höhere Einkommen, die eher im sechsstelligen Bereich liegen. Für ihn gehört der „Spitzensteuersat” auch in diesem Bereich angesiedelt.

Völlig unverständlich sei auch in diesem Zusammenhang, dass Vermögen niedriger besteuert wird als Arbeit, so Madeisky. (Insgesamt besitzen die wohlhabendsten zehn Prozent der Haushalte zusammen etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens).

Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist für Stagat auch die geplante Schaffung von 8.000 Pflegestellen bei gut 14.000 Pflegeinrichtungen in Deutschland. Laut Stagat hat man 20 Jahre die Augen zugemacht und diese Problematik komplett ignoriert. Dazu kommt, das 8.000 Pflegekräfte in Deutschland nicht mal andeutungsweise zur Verfügung stehen.

Laut Stagat ist auch in seinem Ortsverein die Stimmung zum Koalitionsvertrag eher negativ.

Lassen wir uns also überraschen wie es weiter geht.