Reisebericht Azoren

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Gegen 20.30 Uhr landen wir dann auf dem Flughafen von Ponta Delgada, übernehmen unseren Leihwagen und sind gegen 21.30 Uhr in unserem Hotel dem Caloura Hotel Resort in Agua de Pau. Das Hotel selbst liegt ruhig und abgelegen, ohne Leihwagen keinesfalls zu empfehlen. Fürs erste Abendessen reicht es zeitlich gerade noch, die Küche schließt um 22.00 Uhr.

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Am Sonntag geht es auf eine erste Entdeckungstour in Richtung Ponta Delgado bzw. nach Faja de Baixo auf die Ananasplantage von Dr. Augusto Arruda. Hier gibt es einen kurzen Überblick über den Anbau der Ananas. In einem Kiosk können dann Ananaslikör und diverse andere Mitbringsel zu gehobenen Preisen erworben werden.

Weiter geht es von hier aus, nach einem Spaziergang durch den wunderschönen Garten “Jardim Antonio Borges” direkt in Ponta Delgada, zur Gruta do Carvo einer Höhle direkt neben der Autobahn. Der ehemalige Lavatunnel ist 2500 Meter lang und kann hier unter fachkundiger Leitung besichtigt werden. Prädikat sehenswert! Ausklingen lassen wir den Tag mit einem Besuch des Café Central direkt neben der Hauptkirche Igreja Matriz im Centrum von Ponta Delgada.

Der zweite Tag gehört dem westlichen Teil der Insel, dem Lagoa Azul und dem Lagoa Verde. Sie bilden zusammen den größten Kratersee der Insel. Die ihn einrahmenden Klippen haben eine Höhe von bis zu 500 Metern. Vom “Vista do Rei” genießt man einen sagenhaften Ausblick auf beide Seen.

Am Dienstag besuchen wir das an der Nordküste gelegene Ribeira Grande. Eine 5.000 Einwohner Stadt mit einem schönen Stadtpark direkt an einem Fluss gelegen. Die Einkaufsstraße wird gerade saniert, wir fotografieren die Bauarbeiter. Der stadteigene Sandstrand würde zum Baden einladen, nur der Wind und die 17 Grad Luft- und Wassertemperatur sprechen dagegen. Weiter geht es wieder in luftige Höhen zum Lagoa de Fogo. Ebenfalls ein großer Kratersee, 1.360 Hektar groß und bis zu 30 Meter tief. Ein kleiner Weg führt direkt zum Kratersee und lädt zu einer kleinen Wanderung ein.

Der späte Nachmittag gehört dem Strandcafe Populo bei Livramento. Hier gibts zwei Cappuccino für insgesamt 2,30 Euro und einen schönen Blick auf das Meer.

Die bekannten heißen Quellen von Furnas dürfen natürlich auch nicht fehlen und werden von uns am Mittwoch besucht. Wir beginnen den Tag allerdings mit einer Umrandung des Lagoas das Furnas. Ein schöner Rundweg führt um den See und auf halber Strecke sieht und riecht man auch den aufsteigenden Rauch der direkt am See befindlichen heißen Quellen. Neben den Quellen wird in Erdlöchern das traditionelle Cozido Nas Caldeiras in Töpfen unter der Erde gekocht.

Direkt im Zentrum von Furnas befindet sich der “Parque Terra Nostra”, ein alter Garten mit braun gefärbten Seen, die von Thermalwasser gespeist werden. Die Wassertemperatur liegt bei 38 Grad und lädt ganzjährig zum Baden ein. Der Eintritt kostet 5 Euro. Mittagspause machen wir in Ribeira Quente einem verschlafenem Fischerdorf an der Südküste. Auf dem Rückweg besuchen wir noch die am östlich Ortsrand von Furnas  gelegenen heißen Quellen die wirklich sehenswert sind. Der Spätnachmittag gehört wieder unserem Strandcafe Populo.

Jetzt fehlt nur noch der Nordosten mit dem gleichlaufenden “Nordeste”. Auf der Fahrt am Donnerstag dorthin entdecken wir immer wieder schöne Aussichtspunkte, die einen Blick auf die dort vorherrschende Steilküste bieten. Nordeste selbst ist klein und gemütlich, wie kann man es auch sonst bei einem 1.500 Einwohner Dorf erwarten. Keinesfalls sollte man jetzt aber die Schnellstraße Richtung Ribeira Grande benutzen, sonst würde man den Wasserfall bei Salga direkt an der Küstenstrasse verpassen. Es wartet ein sehr gepflegter Rastplatz mit Wasserfall, Levadas und einer Mühle darauf besucht zu werden.

Am Freitag besuchen wir noch die beim Lagoa de Fogo gelegene “Caldeira Velha”. Auch hier erwarten uns wieder sprudelnde Quelltöpfe und ein kleiner Wasserfall wie aus dem Bilderbuch. Den Rest des Tages verbringen wir in der Inselhauptstadt Ponta del Gada.

Am Samstag geht es frühmorgens zum Flughafen und pünktlich um 7.30 Uhr heben wir Richtung Deutschland ab. Unser Zwischenstopp in Porto wird unfreiwillig auf gut 3 Stunden verlängert, Zeit genug diesen Reisebericht zu schreiben.

Fazit:

Die Azoren sind kein touristischer Hotspot, die wenigen Besucher gehen im Alltagstrubel unter. Die Infrastruktur kann man als gut bezeichnen alle Sehenswürdigkeiten sind in überschaubarer Zeit mit dem Auto zu erreichen. Die Bevölkerung lebt zu großen Teilen von der Landwirtschaft. Das zeigen auch die vielen grünen Wiesen mit Kuhherden. Zeitweilig meint man sich im Voralpenland zu befinden. Das Klima ist ganzjährig ausgewogen. Wer Ruhe und Natur abseits der touristischen Hauptpfade sucht ist auf den Azoren gut aufgehoben. Wir kommen wieder!

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